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Klimaversprechen – Glaubwürdigkeits-Check Teil 3: technologische Innovationen

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Fidelity - Investment Team

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Wunderwaffe oder zahnloser Tiger: Können bahnbrechende technologische Innovationen entscheidend zum Netto Null-Ziel beitragen? Das ist eine Gleichung mit vielen Unbekannten – doch eine fundierte Analyse fördert spannende Antworten zutage.

Gesucht sind die „iPhones gegen den Klimawandel“: Also bahnbrechende neue Schlüsseltechnologien, die Quantensprünge auf dem Weg zum Netto Null-Ziel bis 2050 ermöglichen. Wie wahrscheinlich ist das? Und stützt es unser Basis-Szenario eines „ungeordneten Übergangs“ hin zu einer klimaneutralen Welt? Bei der Analyse haben wir speziell die Technologiefelder betrachtet, die optimistische Klimaszenarien realistischer machen könnten: insbesondere die Batterietechnik, die Wasserstoff-Elektrolyse und die direkte Abscheidung und Speicherung von Kohlenstoff aus der Luft.

Welche Technologien nähern sich dem „Kipppunkt“?

Jede neue Technologie durchläuft verschiedene Phasen, bis sie kostengünstig herstellbar ist und sich weltweit durchsetzt. Das Tempo dieser Entwicklung hat sich in den letzten ein, zwei Jahrzehnten dramatisch beschleunigt: Die rasante Verbreitung von Mobil- und Smartphones ist das beste Beispiel dafür. Wie schnell können sich also neue umwelt- und klimarelevante Schlüsseltechnologien durchsetzen?

Dazu lohnt ein kurzer Blick in den Rückspiegel: In den letzten zehn Jahren haben staatliche Unterstützung und privatwirtschaftliches Engagement die erneuerbaren Energien weltweit vorangebracht. Durch Fortschritte in der Solarmodultechnologie und effizientere Windturbinen sind die Gesamtkosten (einschließlich Kapital- und Betriebskosten) im letzten Jahrzehnt deutlich gesunken – um über 80 % bei Solarmodulen und um über 40 % bei der Windenergie. Das wirkt sich auch auf die Anleger aus. Denn die Erträge nicht subventionierter, großer Solar- und Onshore-Windprojekte sind heute oft attraktiver als Projekte mit fossilen Brennstoffen. Entsprechend liegt der Anteil der erneuerbaren Energien am weltweiten jährlichen Nettokapazitätszubau inzwischen bei 83 %; 2010 waren es noch weniger als 50 %.

Beispiel Batterietechnologie: Hürde für die erneuerbaren Energien 

Die Sonne scheint nicht immer, und auch der Wind bläst nicht immer gleich stark. Doch die Maschinen, Kühlschränke und Straßenbeleuchtungen brauchen jederzeit Strom. Ohne groß angelegte Batteriespeicher können die Ballungszentren also nicht vollständig auf erneuerbare Energien umstellen. Für die meisten Länder bedeutet dies den Einsatz von Kohle, Erdgas und/oder Kernkraft. Schwellenländer wie China und Indien werden wahrscheinlich die Kohleverstromung weiter ausbauen, um das Wirtschaftswachstum zu unterstützen. China beispielsweise strebt den Höhepunkt der Kohlenutzung im Jahr 2026 an.

Unsere Fundamental-Analyse verdeutlicht die regionalen Unterschiede. Demnach könnten Europa und die USA bis 2040 rund 75 % ihres Strombedarfs aus erneuerbaren Energien decken, in Asien könnte der Wert immerhin 58 % betragen. Fortschritte bei der Batteriespeicherung in den nächsten zwei Jahrzehnten könnten eine 100 % CO2-freie Stromerzeugung bis 2050 ermöglichen - ein wahrer „game changer“ also. Doch wie realistisch ist es, dass diese Meilensteine tatsächlich erreicht werden?

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(Spätestens) ab 2030 brauchen wir Technologiesprünge

Der Internationale Energieagentur (IEA) zufolge gibt es bereits alle Technologien, um die globalen Emissionen bis 2030 deutlich zu senken. Spannend wird es danach, also im Zeitraum von 2030 bis 2050: Dafür stammt fast die Hälfte der Emissionssenkungen im Netto Null-Szenario der IEA von Technologien, die sich derzeit noch in der Entwicklungsphase befinden. In der Schwerindustrie und dem Fernverkehr liegt dieser Anteil sogar noch höher.

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Abbildung 1 zeigt, dass die größten Innovationschancen heute in drei Bereichen liegen: bei der Batterietechnik, der Wasserstoff-Elektrolyse und der direkten Abscheidung und Speicherung von Kohlenstoff aus der Luft. Diese Technologien können entscheidend für die weitere Senkung der CO2-Emissionen ab 2030 sein. Stichwort direkte Kohlenstoffabscheidung und -speicherung aus der Luft: Diese Technologie wird in den sechs NGFS-Szenarien nicht berücksichtigt. Würde sie schnell marktreif, könnte dies den Übergang zu Netto Null möglicherweise beschleunigen.

Abbildung 1: Entwicklungsstand bei technologischen Schlüsselbereichen

Branche Saubere Energietechnologien Entwicklungsstand Einsatzbereiche
Energie Bioenergie Bioenergie mit Kohlenstoffabscheidung und -speicherung  
Wasserstoff Durch Elektrolyse erzeugter Wasserstoff  
Erneuerbare Energien Modernere Batterien zur Bewältigung von Produktionsschwankungen (abhängig von der Saison und dem Tag/Nacht-Rhythmus) Solar- und Windenergie, intelligente Übertragungsmechanismen und Weiterentwicklung der Verteilungsnetze
Gebäude Verbesserte Energieeffizienz   Nachrüstung des Gebäudebestands und Netto Null-Standards für neue Gebäude; effizientere Geräte
Elektrifizierung   Wärmepumpen
Industrie Wasserstoff Grüner Wasserstoff  – kohlenstofffreier Kraftstoff, der durch Wasserelektrolyse hergestellt wird Einsatz von Wasserstoffanlagen
Kohlenstoffabscheidung, -nutzung und -speicherung (CCUS) Kohlenstoffabscheidung aus kohlenstoffemittierenden Infrastrukturen (aus Chemie- und Schwerindustrieanlagen)  
Elektrifizierung   Digitalisierung, Automatisierung und Maschinenantrieb
Neue Technologien Neue Zementsorten und kohlenstofffreie Methoden bei der Stahlproduktion  
Beförderung Elektrifizierung Mittelschwere und schwere E-Fahrzeuge, E-Fahrzeuge im Fuhrpark E-Fahrzeuge im Lkw-Verkauf, Elektrobusse
Neue Kraftstoffarten Wasserstoffkraftstoff und nachhaltiger Flugkraftstoff (SAF)  
Landwirtschaft Steigerung der Produktivität in Ackerbau und Viehzucht   GVO, Bewässerungstechnologien, Überwachungssysteme, genaue Wettervorhersage; Elektronische Kennzeichnung von Nutztieren
Andere nicht branchenbezogene Technologien Kohlenstoffabscheidung, -nutzung und -speicherung (CCUS) Direkte Kohlenstoffabscheidung aus der Luft  
Landnutzung und Küstenzonenmanagement   Aufforstung und küstennahe Feuchtgebiete

Quelle: Fidelity International, CAT (Oktober 2021), IEA (Mai 2021), November 2021.

Die Politik hat den Schlüssel in der Hand 

Investitionen fördern, Verbraucherausgaben lenken: Die Politik kann den Fortschritt sauberer Technologien voranbringen. Zielvorgaben und wettbewerbsorientierte Auktionen können die Einführung von Wind- und Solarenergie erleichtern. Regierungen können auch Investitionen in grüne Infrastrukturen anführen und fördern. Gleichzeitig sollte die Politik auch dazu beitragen, den Ausstieg aus schmutzigen Technologien zu beschleunigen. 

Dies stände auch im Einklang mit der Agenda der Glasgower Klimakonferenz. Saubere Technologien und nachhaltige Lösungen sollen demnach weltweit vor 2030 zur „erschwinglichsten, zugänglichsten und attraktivsten Option in allen relevanten Branchen werden“. 

Was bedeutet dies für Anleger?

Wie im politischen und wirtschaftlichen Bereich gilt: Es gibt Grund zum vorsichtigen Optimismus. Dazu könnten auch Technologien beitragen, die momentan noch niemand auf dem Zettel hat. Doch viele noch zu entwickelnde Innovationen sind bereits berücksichtigt: auch für einen „ungeordneter Übergang“ mit einer Temperatursteigerung zwischen 1,5 und 2,4°C. Anleger sollten besonders Fortschritte bei der Batteriespeicherung im Blick behalten. 

Schon gelesen? Die anderen Teile unseres Glaubwürdigkeits-Checks zum Klimaschutz

Die Technologie spielt eine Schlüsselrolle auf dem Weg zu einer klimaneutralen Welt. Doch wir haben uns auch die zwei anderen Kernfelder angeschaut: die politischen Impulse und die Rolle der Wirtschaft. Bescheid wissen lohnt sich – ganz besonders für Anleger! 

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Stand, soweit nicht anders angegeben: März 2022. MK13883