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Marktbericht Mai: Risiken neu ausbalancieren

Fidelity

Fidelity - Research team

Die zähe Inflation, geopolitische Spannungen und ausgelassene Marktstimmung mahnen zur Vorsicht. Derweil könnten Zinssenkungen in den USA noch etwas auf sich warten lassen.

In Kürze: 

  • Es ist die richtige Zeit, um Aktienanteile zu reduzieren. Wir bleiben in den USA und Japan aber übergewichtet.
  • Die Chance eines No-Landing-Szenarios steigt. Robustes Wirtschaftswachstum und die zähe Inflation in den USA sprechen gegen baldige Zinssenkungen der Fed. 
  • Die positive Korrelation von Aktien und Anleihen erfordert zusätzliche Diversifizierung. Dazu eignet sich insbesondere der starke US-Dollar. 
  • Im Credit-Segment setzen wir auf selektive Chancen statt auf den breiten Markt

Nach einer langen Bullenrally hat sich an den Aktienmärkten eine kurze Pause eingestellt. Seit Oktober herrschte eine Hochstimmung, die im Hinblick auf sich abzeichnende Risikofaktoren zu optimistisch erscheint. Geopolitische Spannungen und hartnäckige Inflation mahnen zur Vorsicht. Die Marktstimmung ist stark vom Handeln der Notenbanken beeinflusst, was sich unter anderem in der positiven Korrelation von Aktien und Anleihen widerspiegelt. 

Mittelfristig bleibt das Umfeld für Risikoanlagen positiv. Die Inflation ist zäh, doch wir glauben nicht an die Rückkehr zu einer übermäßig restriktiven Geldpolitik. Jedoch wächst die Wahrscheinlichkeit eines No-Landing-Szenarios ohne Konjunkturabkühlung in den USA. Der Zeitpunkt der Zinssenkungen könnte sich verzögern und niedriger als erwartet ausfallen. Darüber hinaus dürften die USA an ihrer unterstützenden Fiskalpolitik festhalten, während in Chinas einiges auf wirtschaftliche Stabilisierung hindeutet. 

Wir haben unsere Aktienübergewichtung zurückgeschraubt. Nach einer starken Phase halten wir es für klug, unsere Positionen leicht zu reduzieren, da sich die Daten für eine weitere Anstiege verschlechtert haben. Dennoch sind wir optimistisch, dass der Zyklus weiterhin Potenzial bietet und bereit, bei geeigneten technischen und geopolitischen Bedingungen umzuschichten. Bei Staatsanleihen sind wir vorsichtig: Trotz attraktiver Bewertungen schmälert ihre positive Korrelation mit Aktien ihren Nutzen. Im Credit-Segment bleiben wir selektiv und behalten die engen Spreads im Auge.

Grafik 1: Einschätzung Asset Allokation im Zeitablauf

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Legende: 
Horizontal:  Mai 2024, April 2024, März 2024, Februar 2023
Vertikal:  Aktien, Credit, Staatsanleihen, Barmittel

Aktien 

Obwohl wir unser Übergewicht im Aktiensegment leicht reduziert haben, bleiben Risiko-Assets nach wie vor attraktiv. Trotz erhöhter Bewertungen greifen wir bevorzugt zu Titeln aus den USA und Japan mit Fokus auf bilanzstarken Qualitätsunternehmen. Wir bleiben in beiden Regionen übergewichtet. In Emerging Markets gehen wir selektiv vor. Positive Aussichten sind wir zwar in Mexiko, Indien sowie Brasilien zu erkennen, das Wachstum in anderen Schwellenländern und im Asien-Pazifik-Raum (ohne Japan) fällt aber enttäuschend aus. Dort haben wir Positionen abgebaut, um Finanzierungsquellen für die Übergewichtung in den USA und in Japan zu schaffen. Wir beobachten aufmerksam, wie sich Chinas wirtschaftlicher Stabilisierung entwickelt. 

Britische Aktien sind derzeit attraktiv bewertet, da die Gewinnaussichten von Unternehmen aus dem Vereinigten Königreich mager ausfallen. Angesichts der wirtschaftlichen Herausforderungen, die europäische Unternehmen derzeit meistern müssen, erscheinen die Bewertungen in der Region Europa (ohne Großbritannien) fair. Die wirtschaftlichen Aktivitäten dort sind schwach und auch Indikatoren wie der Einkaufsmanagerindex stimmen wenig optimistisch, obwohl sich erste Anzeichen der Verbesserung andeuten. Wir sind neutral positioniert.

Grafik 2: Aktien nach Regionen

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Legende: 
Horizontal: View = Aktuell, Change = Veränderung zum Vormonat
Vertikal: USA, Europa (ohne Großbritannien), Großbritannien, Japan, Schwellenländer, pazifischer Raum (ohne Japan)

Anleihen

Das Credit-Segment bietet attraktive Carry-Möglichkeiten, insgesamt halten wir aber an einer neutralen Positionierung fest. Im Investment-Grade-Bereich bevorzugen wir europäische Kurzläufer. Obwohl die Fundamentaldaten auf ein stabiles Umfeld hindeuten, bleiben wir vorsichtig, da sich die Kreditrisikoaufschläge (Credit Spreads) erheblich verengt haben. Statt auf ein möglichst breites Markt-Exposure zu setzen, gehen wir in spezifischen Segmenten lieber selektiv vor. Ein besonderes Augenmarkt liegt auf Hochzinsanleihen mit kurzer Laufzeit, Wandelanleihen und strukturierten Kreditprodukten. 

Grafik 3: Anleihen

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Legende: 
Horizontal: View = Aktuell, Change = Veränderung zum Vormonat
Vertikal: Investment Grade, Hochzins Global, Schwellenländer

Wir bevorzugen Bundesanleihen (Bunds) gegenüber US-Staatsanleihen. Die Wahrscheinlichkeit eines No-Landing-Szenarios ohne Konjunkturabschwächung steigt und die EZB könnte die Zinsen vor der US-Notenbank senken. Unserer Meinung nach dürfte sich diese Ansicht bald zum Marktkonsens entwickeln. Bei britischen Staatsanleihen (Gilts) und inflationsgebundenen US-Staatsanleihen (US-TIPS) halten wir uns an unserer neutralen Positionierung fest. Derweil warten wir auf den richtigen Zeitpunkt, um in japanische Staatsanleihen einzusteigen. Denn die Bank of Japan dürfte den eingeschlagenen Zinskurs höchstwahrscheinlich fortsetzen. 

Grafik 4: Staatsanleihen

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Legende: 
Horizontal: View = Aktuell, Change = Veränderung zum Vormonat
Vertikal: US-Staatsanleihen, Euro-Staatsanleihen, UK-Gilts, Japanische Staatsanleihen, Inflationsindexierte Anleihen (US-TIPS)

Währungen

Das robuste Wachstum der US-Wirtschaft, aktuelle Inflationsdaten und eine nützliche Funktion als Portfolio-Diversifikator sprechen weiterhin für die langfristige Übergewichtung des US-Dollar. Da die EZB noch immer Zinssenkungen signalisiert, bleibt der Euro untergewichtet, was auch im Einklang mit unserer Positionierung im Bereich Bundesanleihen steht. Gegenüber dem britischen Pfund kehren wir zur neutralen Haltung zurück, denn die Wachstumsaussichten im Vereinigten Königreich haben sich etwas aufgehellt.  Bei Währungen aus Schwellenländern nehmen wir selektive Chancen wahr, haben unsere übergewichtete Position aber geschlossen. 

Grafik 5: Währungen

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Legende: 
Horizontal: View = Aktuell, Change = Veränderung zum Vormonat
Vertikal: US-Dollar, Euro, Japanischer Yen, Britisches Pfund, Schwellenländer

Fazit

Nach einer langen Risikorally scheint es an der Zeit für eine Verschnaufpause. Darum treten wir im Aktiensegment kürzer. Die robuste US-Konjunktur zusammen mit einer zähen Inflation trüben die Aussicht auf rasche Zinssenkungen durch die Fed. Dass Aktien und Anleihen positiv korrelieren, erschwert die Portfoliokonstruktion. Im Credit-Bereich ist Selektion das Gebot der Stunde, statt auf möglichst breites Markt-Exposure zu setzen. Der US-Dollar kann nach wie vor als nützlicher Diversifikator dienen. 

Das ist eine Werbemitteilung. Diese darf ohne vorherige Erlaubnis weder reproduziert noch veröffentlicht werden. Fidelity, Fidelity International, das Fidelity International Logo und das „F-Symbol“ sind Markenzeichen von FIL Limited und werden mit deren Zustimmung verwendet. FIL steht für FIL Limited (FIL) und ihre jeweiligen Tochtergesellschaften. Herausgeber: FIL Fondsbank GmbH, Kastanienhöhe 1, 61476 Kronberg im Taunus. Stand: Mai 2024

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